Datensicherung im Unternehmen: Grundlagen und wichtige Bausteine​

Datensicherung ist ein zentraler Bestandteil der Informationssicherheit im Unternehmen. Sie stellt sicher, dass wichtige Daten nach technischen Defekten, Cyberangriffen, Fehlbedienungen oder anderen Vorfällen wiederhergestellt werden können und der Geschäftsbetrieb nicht dauerhaft beeinträchtigt wird.​

Ziel und Bedeutung der Datensicherung

Datensicherung (Backups) verfolgt im Kern zwei Ziele: die Verfügbarkeit und die Integrität von Daten.
​Sie sorgt dafür, dass Daten auch nach einem Verlustereignis noch vorhanden sind und unverändert wiederhergestellt werden können.

Wichtige Gründe für regelmäßige Datensicherung:

Schutz vor Hardware‑Ausfällen und technischen Defekten
Absicherung gegen Schadsoftware, insbesondere Ransomware
Abfangen von Benutzerfehlern (versehentliches Löschen, Überschreiben)
Unterstützung von gesetzlichen Aufbewahrungs‑ und Nachweispflichten​

Was gesichert werden sollte

Im Unternehmen entstehen Daten an vielen Stellen.​
Für eine sinnvolle Datensicherung ist es wichtig, geschäftskritische Informationen zu identifizieren und priorisiert zu sichern.​

Typische Bereiche:
Dateiserver mit Projekt‑, Kunden‑ und Vertragsdokumenten
Fachanwendungen wie ERP, CRM, Finanzbuchhaltung
E‑Mails und Kollaborationsplattformen
Konfigurationsdaten von Servern, Netzwerkgeräten und wichtigen Diensten

Entscheidend ist, ganze Datenbestände und Systeme konsistent zu sichern, nicht nur Einzeldokumente.​

Grundprinzipien einer Backup‑Strategie

Eine Datensicherungsstrategie legt fest, wie oft, wohin und wie lange Daten gesichert werden.
​Häufig orientiert sie sich an einigen Grundprinzipien, ohne zu technisch werden zu müssen.​

Wichtige Aspekte:
Sicherungsrhythmus: Wie viel Datenverlust wäre maximal akzeptabel (z. B. Stand von gestern, von vor einer Stunde)?
Aufbewahrungsdauer: Wie lange sollen Sicherungen vorgehalten werden (z. B. Tage, Wochen, Monate)?
Mehrere Kopien: Daten sollten in mehreren Kopien auf unterschiedlichen Speichermedien vorhanden sein, idealerweise mit mindestens einer externen Kopie.
Kombination aus lokaler Sicherung für schnelle Wiederherstellung und ausgelagerter Sicherung für Notfälle (z. B. Brand, Einbruch, Totalausfall).

Damit lassen sich sowohl alltägliche Pannen als auch seltene, aber gravierende Ereignisse abfedern.​

Sicherheit und Datenschutz bei Backups

Backups enthalten oft dieselben sensiblen Informationen wie die Produktivsysteme. Daher müssen sie ebenfalls vor unbefugtem Zugriff, Manipulation und Verlust geschützt werden.

​Wichtige Punkte:
Zugriff nur für berechtigte Personen (Rechtemanagement)
Verschlüsselung der Sicherungen, insbesondere bei Auslagerung in externe Rechenzentren oder Cloud‑Dienste
Berücksichtigung von Datenschutz‑ und Aufbewahrungsvorgaben, z. B. nach DSGVO und branchenspezifischen Regelungen
Datensicherung und Datenschutz greifen hier ineinander: Daten müssen einerseits verfügbar bleiben, dürfen andererseits aber nicht länger als nötig und nicht unkontrolliert gespeichert werden.​

Organisation, Verantwortung und Tests

Eine Datensicherung ist nur dann verlässlich, wenn Zuständigkeiten und Abläufe klar geregelt sind.
Dazu gehören dokumentierte Konzepte und regelmäßige Überprüfungen.

Wesentliche organisatorische Elemente:
Benennung von Verantwortlichen für Planung, Durchführung und Kontrolle der Backups
Dokumentation, welche Systeme und Daten wie oft und wohin gesichert werden
Regelmäßige Wiederherstellungstests, um sicherzustellen, dass sich Daten im Ernstfall tatsächlich zurückspielen lassen
Aktualisierung des Konzepts, wenn neue Systeme eingeführt oder bestehende verändert werden
Datensicherung ist damit kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess.

Richtig umgesetzt, bildet sie eine tragende Säule der Informationssicherheit und Geschäftskontinuität in jedem Unternehmen.